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Heuristiken und soziales Urteilen

Heuristiken und soziales Urteilen

 

 

Art der Uni-Arbeit: Haus- oder Seminararbeit

Fachrichtung: Psychologie

Autor/-in: Enil Sommer

 

Der Titel dieses Themenkomplexes der kognitiven Psychologie, klingt zunächst sehr abstrakt und fremd, hat aber bei näherer Betrachtung einen hohe Anwendbarkeit auf das tägliche Leben und ist ein wichtiges omnipräsentes Phänomen des menschlichen Denkens und Handelns.

Im Jahr 2002 wurden zwei der bekanntesten Vertreter dieses Forschungsbereichs Daniel Kahneman (2002 verstorben) und Amos Tversky mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Die abgestammten Psychologen, konnten durch die mannigfaltigen und detaillierten Forschungsergebnisse das in der Wirtschaftswissenschaft vorherrschende Bild des ’Homo Oeconomicus’, also einem rein rational handelnden Menschen, zugunsten eines differenzierteren Menschenbildes ablösen. In der ’Entscheidungsorientierten Betriebswirtschaftslehre’, können damit Unsicherheiten im menschlichen Denken und Verhalten operationalisiert und berechnet werden.

Eine Grundannahme ist, dass die Urteilsbildung oft dem Irrtum unterliegt. Urteilsprozesse lassen sich dabei am besten anhand von Fehlurteilen ableiten. Dieses so genannte  Falsifikationsprinzip ermöglicht es, anhand von Fehlurteilen tatsächliche Urteilsprozesse zu erforschen. Andere Beispiele sind Wahrnehmungsprozesse, die sich über Wahrnehmungsstörungen erforschen lassen, oder Sprachstörungen deren Ursachen Rückschlüsse auf „normales“ Sprachvermögen zulassen.

 

Heuristiken

Urteile im Alltag bzw. in natürlichen Situationen sind oft sehr vereinfacht. Diese Urteile bezeichnet die Psychologie als Heuristiken. Heuristiken liefern plausible Urteile, wenn keine besseren oder valideren Informationen vorliegen. Eine nahe liegende Frage ist wozu uns diese Heuristiken im Einzelnen dienen?

Heuristiken sichern uns Handlungsfähigkeit im Alltag. In natürliche Situationen müssen verschiedenste Vorgänge verstanden, erklärt und vorhergesagt werden. Würden Menschen also nicht einschätzen können wie gewisse Sachverhalte zustanden kommen, dann könnten sie diese nicht deuten und demzufolge auch nicht handeln. Heuristiken sind deswegen wichtig, weil die Umwelt komplex ist, und eben diese Komplexität bewältigt werden muss. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von suboptimalen Bedingungen für systematische Urteilsprozesse, da oft unter Zeitdruck oder trotz mangelnder Informationen entschieden werden muss. Außerdem unterliegen unsere Sinnesorgane Kapazitätsgrenzen bezüglich der Informationsaufnahme, -verarbeitung, -speicherung. Wenn Menschen über soziale Situationen nicht gewisse stereotype Deutungen und Handlungsweisen angelegt und erlernt hätten, dann wäre der Alltag demnach nicht zu bewältigen. Ähnlich geht es einem Wissenschaftler, der jedoch zur Analyse und Deutung von Forschungsgegenständen mehr Zeit und ausgeklügelte Methoden besitzt, die ihm helfen Phänomene zu untersuchen. Der Mensch lässt sich in diesem Sinne als ein intuitiver Wissenschaftler verstehen, der nicht so systematisch vorgehen kann und deswegen Heuristiken nutzt, um den Alltag zu bestreiten.

Urteilsheuristiken

Abgeleitet aus der oben beschriebenen Funktion von Heuristiken im psychologischen Kontext, hat sich der Terminus der Urteilsheuristiken ergeben. Urteilsheuristiken sind Strategien, welche wie bereits erwähnt die Urteilsbildung im Alltag ermöglichen. Diese Strategien sind Verallgemeinerungen oder Stereotype von Alltagssituationen, die erst durch einen gemeinsamen ’Zeichenvorrat’ situativ bedingtes Verhalten für andere Menschen verstehbar machen (Andere Menschen können Alltagshandeln anderer Menschen verstehen, ohne das dieses  erläutert oder begründet werden muss). Nur mit Hilfe von Urteilsheuristiken sind schnelle Vorhersagen und Erklärungen mit wenig Aufwand möglich.

Im folgenden werden die drei Arten von Urteilsheuristiken, welche Kahneman und Tversky in jahrelanger Forschung fanden, thematisiert. Unterschieden werden soll dabei zwischen der ’Verfügbarkeitsheuristik’, ’Repräsentativitätsheuristik’ und der ’Urteilsstrategie der Verankerung und Anpassung’. 

Verfügbarkeitsheuristiken werden vor allem angewandt, wenn Wahrscheinlichkeiten und Häufigkeiten geschätzt werden sollen. Repräsentativitätsheuristiken liegen vor, wenn einzelne Elemente zu einer übergeordneten Kategorie zugeordnet werden sollen, aber durchaus auch bei Wahrscheinlichkeiten und Häufigkeitsurteilen eine Rolle spielen. Die Urteilsstrategie der Verankerung und Anpassung findet bei quantitativen Einordnungen ihre Anwendung.

 

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Blog info

  • Heuristiken und soziales Urteilen
  • 2020-12-31 00:19:52